Reisende sind in der Fremde oft mit kleinen und großen Herausforderungen konfrontiert. Sprache, Klima, Bräuche etc. die vollständige Liste wäre sehr lang …
Ein weiteres Problem kann entstehen, nach meiner Beobachtung handelt es sich um ein globales und zeitloses Problem, wenn grundsätzlich unterschiedliche Erfahrung aufeinander treffen. Die hellen von euch (also alle) ahnen es, es geht um geschenten Fisch.
Nehmen wir an der Reisende bin ich. Immer freundlich, Angler früher und oft hungrig.
An dieser Stelle muss ich, etwas sehr Seltens tun: Abschweifen. Plug-In-Story nennen wir das. Wer auch immer wir sind.
Der angelnde Latino (Ich hoffe das Wort ist in DE noch politisch korrekt, bin ja schon ’ne Weile weg.) der mich mitnahm, ihr erinnert euch? Die Unterhaltung war anfangs schwierig, ich war ja völlig durch, hatte sprachunabhängige Wortfindungsprobleme. Er verzweifelte an meinem Ausländisch. Sein letzter Versuch: „Hablas español?“ Da kam ich wieder in die Spur. 🙂. Hätte mir Gott einen weißen Amerikaner ohne Fremdsprachenkenntnisse (soll es geben hier) geschickt, ich würde noch an der Straße stehen. Warum schwiffte ich ab? 🤔 Ahhh… wollte klar machen, dass ich den Kollegen (Angler) richtig verstanden habe.
Zurück zum Fisch. Egal ob ein Highway in der USA heute oder eine Piste in der Wüste Gobi (🇲🇳) vor fast drei Jahrzehnten es gibt Menschen die wollen teilen -aber- sie haben noch nie Extrem-Campingurlaub gemacht. Der Spannungsbogen steigt, ich sehe es euch an …
Das resultierende Problem ist natürlich der Fisch bzw. dessen Zubereitung. Und sie versuchen dieses Problem auf den Reisenden (in der konkreten Geschichte ich) abzuwälzen. 😢
Das Problem wird konkret, die Schenkung wird eingeleitet: Es folgen lange Erläuterungen meinerseits, dass ich mich bedanke, glücklich schätzen würde, den Fisch geschenkt zu bekommen, Fisch gerne esse. Aber ich kann, von den Geräten und Zutaten her, keinen ganzen Fisch zubereiten. Das geht mit meinem Kocher nicht. Damals ein Hecht von gut 50 cm, vorgestern ein stattlicher Lachs. (Jaaaa, Lachs kann man roh essen und von Lagerfeuer habe ich auch schon gehört).
Das war ein herrliches Déjà-vu 😁.
Vorgestern konnte ich mich durchsetzen. Auch wenn ich glaube, er, der Angler, der Mitnehmende, der Latino hält mich jetzt für einen leicht Perversen (heißen hier in der Gegend Vegetarier*) und/oder für bekloppt. Er hat’s nicht verstanden denke ich und zum Glück kein Salz und Pfeffer in der Nähe.
Damit wären wir bei den Mongolen (alles Jungs) und fast 30 Jahre zurück. Dort konnte ich mich nicht durchsetzen (vermutlich mein schlechtes Russisch). Mein Einwand, die Zutaten betreffend wurde durch einen Ritt zur heimischen Jurte einfach weg gewischt. Die Kollegen brachten Salz und ein Gewürz. Ich hatte drei Tage Fisch … 🫤

Ende 😎
* Vegetarier: Bin hier auf einem Campingplatz. Gestern Abend hier im angeschlossen Café kam die Chefin auf mich zu. Vorsichtig aber ernst mit der Frage: „Warum die deutschen Hiker beim Essen so komisch sind, sind ja fast alles Vegetarier?“ (Nein, die hier wohnenden und anwesenden Lokals entsprechen nicht dem Bild der burgergeformten …)
