Tag 7

Das Schlechte zuerst: Ich werde erst am Tag 9 wieder in der Zivilisation (Pie Town) sein. Gut: Habe hier im Tal Netz und ich kann versuchen, euch zu zeigen, wie geil es hier aussieht und warum ich trödelte. 😊

Gehen wir zurück zu den Tagen 1 bis 3. Ich hatte mich entschlossen, über einen kleinen Canyon abzusteigen (warum fällt mir da gerade Hertha ein 😁) um dann wieder am Fluss weiterzulaufen. Cool, kostet aber viel Zeit.

Hoffte es wird einfacher. Der Gila speist sich aus dem West-, Ost- und Mittelstrom. Ich, der immer auf Konsens und Ausgleich bedacht ist, Extreme nicht mag, bin natürlich an der Middle Fork des Gila entlang 😁. Scherz, nicht darum, sondern der CDT geht da lang. 😎

Die Hoffnung zerschlug sich sehr schnell, weniger Wasser jau! Aber dafür haben sie den Canyon schmaler gemacht, deutlich. 😭

Wäre ich oben geblieben (wie die aller meisten Wandersleut), wäre ich morgen in Pie Town und würde nicht hungern. Aber, das alles hätte ich nicht gesehen..

Wer mehr zu den Kunstwerken wissen möchte, mailt mir. Ich denke mir dann etwas aus. 🤔

Nach 2,5 Tagen hatte ich aber dann echt genug vom Wassertreten, Kraxeln und vom sehr langsamen Vorankommen. Gönnte mir 600 hm um bin erstmal raus aus Canyon des Gila.


Es kam nach dem Aufstieg kein Wirbelsturm und ich bin nicht in Kansas … irgendwie aber doch ganz woanders:

Spoiler 1 (eigentlich nicht)
Spoiler 2

Gute Nacht 😎.

Von Silver City zu Doc Campbell’s Post

Ich hatte viele Bilder versprochen, im nächsten Ort. Zunächst muss ich Ort konkretisieren: Eine große Farm mit vielen Pferden, Ziegen …, zwei Zeltplätze und der Laden (Doc Campbell’s Post).

50% des Ortes

Kein Mobilfunknetz, Internet über den lieben Elon. Da ist wenig übrig p.P. 😢.

Ich versuch ein paar Impressionen der letzten 4 Tage und 90 km zu schicken.

Der Gila – keine Ahnung wie oft ich auf den ersten km furten musste. (min 3 mal pro km)
Morgenstund‘ hat Quecksilber im Fluss
Das ist das Foto eine Diesel.
Sie warten auf einen Fehltritt … 😁
Furten (1): Klar warum man hier die Seite wechseln muss. Am X ging rein.
Furten (2): Bild von der Stelle mit dem x.
Eine Blume.
Noch eine Blume.
Fand ich lustig, die Kleckerburgen.
Teile der Strecke waren wie ein Freilichtmuseeum
Abteilung Blockhäuser
Eine alte Skischanze, die umgekippt ist.
Furten (3): Nur Schienbein hoch und immer zu dritt. 😎
Furten (4): So wirklich easy.
Furten (5): So völlig beherrschbar. Jau Wanderschuhe und Hose bleibe an.
Furten (6): Über andere Situationen mehr bei einem Lichtbildvortrag. 😉
An der Strecke.
Blick aus meinem Pool.
Der Pool.
Immer wieder schön.
Davon gab’s viele viele. Vermutlich läuft jemand mit Barfußschuhen.🤔
Packen morgens um 6.
Frühstück halb 6.
Nochmal Natur.

In Echt und Farbe ist es noch viel gewaltiger, schöne. 😊

Pro Tag 2 bis 4 Hiker getroffen, klar die haben mich überholt. Aber ich habe ja Urlaub 🙃.

Woche 2

Lob

Den Wochenrückblick möchte ich mit einem Lob auf die Übernachtungs- und Logistikbranche, insbesondere die US-Post starten. Alle Pakete kamen an bzw. waren noch da.

  • schon aus Deutschland Bestelltes war im Starthotel
  • aus Lordsburg an unterschiedlichen Stellen geschickte Pakete
  • über Amazon bestellte Nachkäufe an die Strecke
  • und in Hotels Gelassenes
Illustration: Weihnachten morgens um 10 Uhr im Postamt von Silver City.

Strecke

Die hatte es in sich, wie ich schon schrieb. Im Nachhinein überwiegt natürlich immer das Schöne. 😎

Und ihn kennen manche schon aus meinem Vortrag über den Urlaub in der hohen Arktis, mein kleiner blauer Becher. 😍

Hier unterstützt er bei der Wassergewinnung.

Die Community

… ist vielschichtig. Quantitativ vorne nach meiner Beobachtung ist die Gruppe der „Jungen Wilden“, gefolgt von den „(Real) Thruhikern“ oder die es unbeding werden wollen. Mit Abstand folgen dann einzelne Touristen mit anspruchsvollen Vorhaben (hier sehe ich mich) und Pärchen (hoffe das Wort ist noch p.c.), die ihre Beziehung vermutlich völlig krisenfest machen. 😁

TX_Jeff (72) rechts und El_Dze (55) links

So einseitig wie in der IT in Deutschland ist das Verhältnis zwischen Mädchen und Jungs nicht auf dem Trail.

Mit 55 ist man klar auf der älteren Seite der Teilnehmer*Innen 🤣 vermute ich. Kenne bisher ja nur eine Leute eine Woche um meinen Start.

Ich halte euch informiert 😎.


Opuntia al horno

Viele kennen sicher die spanische Köstlichkeit „Alcachofas al horno“ in NM gibt es eine verwandte Köstlichkeit, die „Opuntia al horno“. Entdeckt ca. 1250 AD durch die Kultur der Mogollón. Angeblich nach Waldbränden „entdeckt“.

Für mich nachvollziehbar, nachdem ich das erste Gebiet teilweise umging, in welchem es bis vor kurzem noch brannte. ¡Que rica! 😎


Ich freue mich auf Woche 3.

Dies & Das

Unter diesen Bäumen verbrachte nicht nur ich die Nacht zum Sonntag …

… auch die Ratón Gigantes Chino muss hier wohnen. Das mit den Stöckchen essen hat sie nicht ganz verstanden. 🤔

Gestern sahen noch beide wie der Rechte aus.
knappe 5 cm .. Kann nur dir o.g. Art Maus sein.

Heute in Silver City angekommen. Mal 25 km ganz ohne Natur.

Jau, 100% der Strecke war so.
OK ein, zwei schöne Schilder gab es.
Da bin ich erst. Bei Meile 160.

In den Wald (26.4.)

Für Freunde des Harzes: 42 km, gute 1.100 hm und dieses Streckenprofil…

… man könnte es für den Brocken-Marathon halten (wo ein Stück fehlt). Aber zurück zur Wanderung.

Frühstart in Lordsburg, um 4 Uhr auf der Strecke. So früh, weil die zwei einzigenWasserstellen nicht ganz „safe“ waren.

Zunächst an einer Straße entlang, dann in die Dunkelheit. Geräusche die begeistern: Rennende Rinder, die sich ob des frühen Wanderers wohl erschrocken hatten und zum ersten Mal waren Kojoten zu hören. Und immer noch dunkel wie im Kuhpopo.

Dann kam sie langsam, die Sonne…

Das Ziel vor Augen, den Weg im Fokus (könnte auch bei LinkedIn stehen)

Gute 20 km wie in den Tagen davor. Gras, Kakteen, Palmenartige und Sträucher. Aber ein neues Tier kam vorbei.

Der Riesenlöffelhase

Leute ich muss den Wald, das ewige Eis und zu viele Klapperschlange vertagen. Cowboy-Camping auf 2.200 m kann recht frisch sein. Kalte Hände 🥶


Aus der wüsten Landschaft bei Lordsburg, über einen Trockenwald, in einen märkischen Kiefernwal und wieder raus. Dass fasst die Strecke recht gut zusammen. Fast kommentarlos ein paar Bilder dazu:

Natürlich war es Quarz und kein Eis (Nachts waren hier auf ca. 2400 m immer noch um die 4 Grad +). Der Gipfel eines Berges strahlte schon von Weitem in gleißendem Licht. Den Umweg musste ich machen… ☺️

Wirklich unangenehm waren zwei weitere Kontakte mit Klapperschlangen. In den dichten Trockenwäldern gibt es auch viele viele Sträucher und Gras und so weiter. Das hat den sehr unangenehmen Nachteil, man hört die aufgeregt Schlange nur, sieht sie nicht. 😨 Vor, stehen bleiben, zur Seite oder zurück, alles spannende Möglichkeiten … Telefonjocker geht auch nicht, kein Netz.

Das ist keine Klapperschlange. Die Ängstlichen üben hier mit Kühen, die im Weg stehen.

Ne, ich fand’s auch nur bedingt lustig. Bin immer langsam gerade aus weiter.

Das waren die 42 km. Und am Ende kein Wasser, wo eigentlich welches sein sollte 😭. Das trug zur schlechten Laune bei. Ein Kollege half aus und die zwei Folgetage wurden um geplant. 😎

Nur eine Illustration