In den Wald (26.4.)

Für Freunde des Harzes: 42 km, gute 1.100 hm und dieses Streckenprofil…

… man könnte es für den Brocken-Marathon halten (wo ein Stück fehlt). Aber zurück zur Wanderung.

Frühstart in Lordsburg, um 4 Uhr auf der Strecke. So früh, weil die zwei einzigenWasserstellen nicht ganz „safe“ waren.

Zunächst an einer Straße entlang, dann in die Dunkelheit. Geräusche die begeistern: Rennende Rinder, die sich ob des frühen Wanderers wohl erschrocken hatten und zum ersten Mal waren Kojoten zu hören. Und immer noch dunkel wie im Kuhpopo.

Dann kam sie langsam, die Sonne…

Das Ziel vor Augen, den Weg im Fokus (könnte auch bei LinkedIn stehen)

Gute 20 km wie in den Tagen davor. Gras, Kakteen, Palmenartige und Sträucher. Aber ein neues Tier kam vorbei.

Der Riesenlöffelhase

Leute ich muss den Wald, das ewige Eis und zu viele Klapperschlange vertagen. Cowboy-Camping auf 2.200 m kann recht frisch sein. Kalte Hände 🥶


Aus der wüsten Landschaft bei Lordsburg, über einen Trockenwald, in einen märkischen Kiefernwal und wieder raus. Dass fasst die Strecke recht gut zusammen. Fast kommentarlos ein paar Bilder dazu:

Natürlich war es Quarz und kein Eis (Nachts waren hier auf ca. 2400 m immer noch um die 4 Grad +). Der Gipfel eines Berges strahlte schon von Weitem in gleißendem Licht. Den Umweg musste ich machen… ☺️

Wirklich unangenehm waren zwei weitere Kontakte mit Klapperschlangen. In den dichten Trockenwäldern gibt es auch viele viele Sträucher und Gras und so weiter. Das hat den sehr unangenehmen Nachteil, man hört die aufgeregt Schlange nur, sieht sie nicht. 😨 Vor, stehen bleiben, zur Seite oder zurück, alles spannende Möglichkeiten … Telefonjocker geht auch nicht, kein Netz.

Das ist keine Klapperschlange. Die Ängstlichen üben hier mit Kühen, die im Weg stehen.

Ne, ich fand’s auch nur bedingt lustig. Bin immer langsam gerade aus weiter.

Das waren die 42 km. Und am Ende kein Wasser, wo eigentlich welches sein sollte 😭. Das trug zur schlechten Laune bei. Ein Kollege half aus und die zwei Folgetage wurden um geplant. 😎

Nur eine Illustration

Ein Sonntag im April (23.4.)

Heute mal ein kompletter Tagesablauf. Am Ende stehen fröhliche 35 km auf dem Tacho. Aber, lasst mich in der Nacht zum 23. Beginnen …

… der sandige Zeltplatz und die kräftige Windböhen ließen kleine Dühnen im geschlossenen Zelt entstehen. 😣

Einfach ignorieren und schlafen ging dann. Bis um 5 Uhr das Telefon weckt. Zum Frühstück die Reste der konzentrieren Brokkolie-Cremesuppe (normale Tütensuppe mit einem Drittel des Wassers) vom Abend und ein kalt gekochter Kaffee (Beutelkaffee in Wasser gelegt, richtig gekocht schmeckt der hier auch nicht besser).

Essen, Packen, Wasser fassen und das Zelt abbauen unter einer Stunde und kurz vor 6 war ich mit Stirnlampe unterwegs. Temperatur um die 6 °. Perfekt 😁

Um 7 kommt langsam die Sonne. Am Himmel ist irgend etwas ganz anders …

(OK Wolken und ein Auto)

… Wolken. Das erste Mal Wolken am Himmel seit ich in New Mexico bin. Coooool.

Da es auch keine Berge gab dazu noch leichter, kühler Wind von hinten, waren nach 3 h ca. 13 km geschafft.

Die Landschaft am Anfang nicht ganz so klasse wie sonst, aber Kompensation nahte seitens der Fauna…

Eine Herde aus Pferden …
… einem Esel …
… und der Chef der Herde.

Sah fein aus, sollte noch nicht alles sein. Ein paar km weiter …

… ein Drachen …
… und vermutlich eine Sonoran Gopher Snake (ungiftig).

Durch ihr Wohnzimmer ging der Pfad. Fand sie mittelmäßig.

Ich fand mittelmäßig, dass klar war, ich muss mir mein Wasser mit den Kühen teilen. Gab keine anderen Möglichkeiten unterwegs.

Quelle 1 ging noch, war auch keine Kuh zu sehen.
Nachfüllen musste sein. Hier mit dem kleinen Filter, der auch direkt auf Plastikflaschen passt.

Die Filter sind „nur“ gegen Mikroben/Parasiten und Bakterien. Gegen Viren muss es Chemie sein. Habe Micropur mit, muss aber lange einwirken. Für den schnellen Schluck reichte der Filter.

Dann der verdiente Mittagsschlaf von 14 bis fast 15:30 Uhr.

Mein Schlaf mein.

Bei km 27 noch einmal Wasser tanken. Da ich nicht wusste ob ich bis zur nächsten Cache-Box (organisiere Wasserstellen) komme reichlich. Da wird das Filtern dann aufwendiger.

Im Schatten des Tanks, von dem das Wasser in einen Autoreifen läuft…
… aus dem wir das Wasser nehmen. 🙄
Filter in Groß mit Wasserbeuteln.

Als ich dann sah wie die Kuh da reinsabbert, legte ich mit Micropur nach. Ja, man ist auf solche Wasserstellen angewiesen. Man kann nicht alles tragen, wer es nicht mag, eher nicht hier wandern.

Weiter Richtung Nachtlager.

Suchbild
Mit Blümchen an der Strecke.

Kurz vor 17 Uhr war klar, ich komme bis zum Cache. Dann ein km vorm dem Ziel dann diese Begegnung:

Klapperschlange (nicht ungiftig)

Die sind echt laut. Unsre Wege trennten sich dann langsam. Und ich kam fröhlich an.

Das ist so ein Cache.

Das Lager -Cowboy-Camping- war schnell aufgebaut, der Kartoffelbrei (konzentriert) schnell gekocht. Insgesamt lagerten drei Leute hier. Ein Engländer und ein Kollege aus Hongkong kamen noch.

Danke an „die Eichenallee“ in Potsdam, wo ich das oft üben konnte 😎

Hinlegen, überlegen was war, was kommen kann. Zweifeln, Planspiele … all das kommt vor dem Einschlafen z.T. ziemlich intensiv…

Zum Abschluss zeige ich euch noch das, was ich in der Nacht als letztes sah.